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5G-Netzausbau

Schnellere Verfahren, mehr Transparenz und vor allem ein besseres Netz: Das sind die Ziele der Gigabitstrategie. Wie geht der Mobilfunkausbau voran? Welche Maßnahmen gibt es? Und wie fördert der Bund die 5G-Forschung?

Bis 2030 soll der neueste Mobilfunkstandard in ganz Deutschland verfügbar sein. Und bis 2026 sollen die letzten Funklöcher verschwinden. Das hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt.

Mit der Gigabitstrategie hat die Bundesregierung einen Plan vorgelegt, der für bessere Rahmenbedingungen und mehr Tempo beim Ausbau der Netze sorgen wird. Netzbetreiber und der Staat arbeiten Hand in Hand, um Funklöcher zu schließen. Darüber hinaus fördert die Politik den Netzausbau in unterversorgten Regionen und investiert viel Geld, um Anwendungen für Mobilfunk koordiniert und gezielt zu erforschen.

Wie lauten die Ausbauziele der Bundesregierung?

Im Sommer 2022 wurde die Gigabitstrategie verabschiedet. Sie formuliert klare Ziele:

  • Bis 2025 sollen mindestens 50 Prozent aller Haushalte und Unternehmen einen Glasfaseranschluss haben.
  • Bis 2026 sollen Mobilfunknutzerinnen und -nutzer überall unterbrechungsfrei telefonieren und Daten austauschen können – also keine Funklöcher mehr existieren.
  • Bis 2030 soll es überall im Land energie- und ressourceneffiziente Glasfaseranschlüsse geben.
  • Ebenfalls bis 2030 soll der neuste Mobilfunkstandard überall verfügbar sein und für schnelles Internet in der Stadt und auf dem Land sorgen.

Die Gigabitstrategie enthält konkrete Maßnahmen, um den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland voranzutreiben und eine bessere Netzabdeckung zu garantieren. Schwerpunkte sind:

  • digitale und schnelle Planungs- und Genehmigungsverfahren,
  • der verstärkte Einsatz alternativer Verlegetechniken beim Glasfaserausbau,
  • mehr Transparenz durch das Gigabit-Grundbuch,
  • das Schließen von weißen Flecken ohne LTE und 5G-Versorgung,
  • eine bessere Versorgung mit Mobilfunk an Bahnstrecken sowie
  • eine engere Zusammenarbeit mit Ländern, Kommunen und Unternehmen.

So geht der Mobilfunkausbau in Deutschland voran

Bis zum Jahr 2030 soll es den neusten Mobilfunkstandard überall dort geben, wo Menschen leben, arbeiten oder unterwegs sind – das ist das Ziel der Gigabitstrategie der Bundesregierung. Politik und Behörden haben dafür Bedingungen definiert und Verfahren auf den Prüfstand gestellt. Jetzt sind die Netzbetreiber am Zug, ihre Netze systematisch auszubauen.

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Wie wird der 5G-Netzausbau reguliert?

Die Bundesnetzagentur hat Versorgungsauflagen für die Netzbetreiber festgelegt. Damit verpflichten sich die Betreiber, den Menschen in allen Teilen Deutschlands ein gutes Netz zur Verfügung zu stellen. Ihren Fortschritt berichten sie an die Bundesnetzagentur. Die Behörde kann dadurch überwachen, ob die Auflagen erfüllt sind. Ist das nicht der Fall, drohen den Betreibern Buß- und Zwangsgelder. Die Netzbetreiber haben in den 5G-Frequenzauktionen die benötigten Frequenzen für ihren Ausbau erworben. Hierbei setzten sich die Telekom Deutschland, Telefónica Germany (o2), Vodafone sowie 1&1 Drillisch durch. Sie bezahlen zusammen rund 6,6 Milliarden Euro. Dieses Geld fließt in den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland sowie in den DigitalPakt Schule.

Mit diesen Programmen fördert der Bund 5G-Innovationen

Ein Rettungswagen schickt schon während der Fahrt Echtzeitdaten ins Krankenhaus: Das Klinikpersonal kann so die Behandlung optimal vorbereiten. Damit derartige Visionen zur Realität werden, brauchen Forschung und Entwicklung einen finanziellen Anschub. Die Bundesregierung fördert die Entwicklung innovativer Anwendungen für den Mobilfunk. Wir geben einen Überblick über die 5G-Projekte.

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Wer trägt die Verantwortung für die Umsetzung des Netzausbaus?

Planung und Aufbau von Funkmasten liegen grundsätzlich in der Verantwortung der Betreiber. Sie wählen die Standorte auf Basis ihrer Funknetz- und Versorgungsplanung. Wo gebaut wird, hängt zum einen davon ab, wie hoch die Nachfrage nach Telefon- und Datenverbindungen ist. Und zum anderen von der örtlichen Topografie. Gleichzeitig verpflichten sich die Netzbetreiber bereits seit 2001, den Aufbau der Netze eng mit den Kommunen abzustimmen. Für 5G entsteht übrigens keine komplett neue Infrastruktur. Vielerorts kann die 5G-Technik an bereits bestehenden LTE-Standorten oder auf öffentlichen Infrastrukturen nachgerüstet werden. An einigen Orten werden die Netzbetreiber auch weiterhin keinen Empfang anbieten. Für diese Funklöcher oder weiße Flecken, in denen weder 5G noch 4G (LTE) verfügbar ist, lautet die Lösung: Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG). Sie wird bis zu 5.000 neue Mobilfunkstandorte in den schlecht versorgten Gebieten schaffen. Diese sollen dadurch mindestens mit 4G (LTE) versorgt werden.

So will die MIG tausende Funklöcher schließen

Funklöcher sollen endlich der Vergangenheit angehören. Daran arbeitet die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft, kurz MIG. Sie erkundet Standorte, plant und verteilt Fördergeld – überall dort, wo die Netzbetreiber „weiße Flecken“ nicht selbst beseitigen.

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Offizielle App: So können Sie Funklöcher melden

Mit der Funkloch-App lassen sich Orte ohne Handynetz erfassen. Die Daten gehen an die Bundesnetzagentur. Bürgerinnen und Bürger können so mithelfen, Lücken in der Mobilfunkversorgung zu schließen. Unsere Anleitung zeigt, wie es geht.

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Welchen Einfluss die Kommune beim Mobilfunkausbau hat

Der Mobilfunkausbau läuft – insbesondere auf dem Land. In Städten und Gemeinden entstehen viele neue Funkmasten. Wer entscheidet mit, wo neue Antennen gebaut werden dürfen? Welchen Einfluss haben Bürgermeisterin, Ortsvorsteher oder Gemeinderäte?

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Sobald die staatlich geförderten Funkmasten aktiv sind, haben 99,95 Prozent der deutschen Haushalte und 97,5 Prozent der Bundesfläche ein LTE-Netz. Parallel schreitet der Glasfaserausbau voran. Die Infrastruktur unter der Erde ist wichtig für Handynutzerinnen und -nutzer. Denn die Mobilfunkantennen brauchen schnelle Glasfaseranschlüsse, um Daten zügig weiterleiten oder empfangen zu können.

Wo wird in Deutschland zu 5G geforscht?

In ganz Deutschland beteiligen sich Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Kommunen an der Forschung zu 5G-Mobilfunk. Im Rahmen des 5G-Innovationsprogramms wurden durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) in einem ersten Schritt sechs Forschungsinitiativen gefördert. Sie erproben innerhalb ihrer Projektlaufzeit den praktischen Einsatz von 5G – von der häuslichen Pflege bis zur Navigation innerhalb von Gebäuden.

  • 5G4Healthcare: Die Ostbayrische Technische Hochschule (OTH) in Amberg-Weiden forscht zu neuen Technologien in der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.
  • 5G Lab Germany Forschungsfeld Lausitz: Die TU Dresden beschäftigte sich in diesem Projekt mit 5G-Anwendungen in Bau und Mobilität. Gefördert wurde das Vorhaben bis Ende 2022.
  • 5G-Industry Campus Europe: Auf dem Campus Melaten forschen das Fraunhofer IPT und die RWTH-Aachen zur Nutzung von 5G in der produzierenden Industrie. Die Projektförderung lief bis Ende 2022.
  • 5G-Modellregion Kaiserslautern: Das Projekt der Technischen Universität Kaiserslautern erforscht 5G-Anwendungen in der Land-, Forst- und Weinwirtschaft.
  • 5G Reallabor Mobilitätsregion Braunschweig-Wolfsburg: Forschungsteams beschäftigten sich hier unter anderem mit Mobilität, Gesundheit und intelligentem Bauen.
  • Level 5 Indoor Navigation (L5IN): Die HafenCity Universität Hamburg erforschte in diesem Projekt Indoor-Navigation mit 5G.

In einem zweiten Schritt wurden 67 Städte, Regionen und Zweckverbände bei der Entwicklung von 5G-Konzepten unterstützt, die innovative Ideen aus Bereichen wie der Medizin, Mobilität, Landwirtschaft oder auch der Fertigungsindustrie adressierten und eine Umsetzung vor Ort aufzeigten. Die Fördersumme betrug rund 6,2 Millionen Euro. In einem dritten Schritt wurden 54 besonders innovative und zukunftsweisende Konzepte mit einer Umsetzungsförderung von bis zu 4 Millionen Euro unterstützt.

Welche Rolle spielt die Europäische Union für den 5G-Netzausbau?

Der 5G-Netzausbau ist wichtig für die gesamte Europäische Union. Die EU-Kommission hat deshalb schon 2016 den Aktionsplan „5G für Europa“ veröffentlicht. Bis zum Jahr 2025 soll der 5G-Mobilfunk flächendeckend Standard in größeren Städten und entlang Verkehrswegen verfügbar sein. Der 5G-Ausbau ist zwar Sache der Mitgliedsstaaten, der Aktionsplan der EU regelt jedoch den rechtlichen Rahmen für einen schnellen und koordinierten Ausbau in der Europäischen Union.

Europa macht mobil: der 5G-Aktionsplan der EU

In weiten Teilen Europas ist 5G-Mobilfunk aktiv. Bis 2030 sollen alle besiedelten Gebiete der Europäischen Union versorgt sein. Dies sind die EU-Ziele für den 5G-Ausbau im Einzelnen.

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