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5G und Gesundheit

Welchen Einfluss hat Handynutzung auf Kinder und Jugendliche?

Viele Kinder wachsen heutzutage mit digitalen Technologien auf. Dabei benötigen sie eine enge Begleitung – nicht nur im Umgang mit den Geräten, sondern auch bei der Interaktion mit den vielfältigen Inhalten im Netz. Informationen und relevante Onlineangebote rund um die Medienerziehung und Mediennutzung finden Sie hier.

Was bedeutet Medienkompetenz?

Digitale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Insbesondere Kinder und Jugendliche nutzen sie ganz selbstverständlich: Sie kommunizieren über das Smartphone mit ihrem Freundeskreis, lernen in der Schule mit dem Tablet, spielen auf dem Computer oder der Konsole, bedienen den Sprachassistenten, um Musik abzuspielen oder Antworten auf Fragen zu erhalten. Die Bedienung fällt ihnen leicht, sie wissen oft schon im frühen Alter, ob sie klicken oder wischen, oder was sie sagen müssen, um dahin zu gelangen, wo sie hinwollen.

Was sie nicht immer wissen, ist, wie sie diese Medien auch verantwortungsvoll und sinnvoll einsetzen und sich vor ihren Risiken schützen. Fachleute nennen diese Fähigkeit „Medienkompetenz“ – sie muss erst erlernt werden. Dazu gehört unter anderem:

  • zu verstehen, wie Medien funktionieren – von der Tageszeitung bis zum sozialen Netzwerk oder Computerspiel;
  • sie kritisch zu hinterfragen und reflektiert mit ihnen umzugehen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können;
  • eigenständig sinnvolle und interessante Angebote auszuwählen, statt nur passiv Inhalte zu konsumieren;
  • Medien auch dafür einzusetzen, um kreativ zu sein, Informationen zu sammeln, selbst zu produzieren und sich mit anderen auszutauschen.

Warum ist Medienerziehung wichtig?

Kinder lernen diese Dinge nicht selbstständig. Sie nehmen zunächst alles, was sie in den Medien sehen und erleben, ungefiltert auf und sind dadurch leicht beeinflussbar. Sie können zum Beispiel noch nicht unterscheiden, ob etwas erfunden oder echt ist – sei es ein Computerspiel, Werbung oder Nachrichten. Deshalb ist es wichtig, dass Medienkompetenz schon früh vermittelt wird und die Mediennutzung anfangs möglichst immer in Begleitung von Erwachsenen stattfindet. Nur so kann ein wichtiger Grundstein für einen lebenslangen Lernprozess gelegt werden, der auch im Erwachsenenalter einen reflektierten Umgang mit Medien und Medieninhalten ermöglicht.

Gibt es gesundheitliche Auswirkungen von Handynutzung?

Manche Eltern und Erziehende befürchten, dass nicht nur die Medieninhalte, sondern auch die Mobilfunkstrahlung der Geräte einen Einfluss auf ihre Kinder haben könnten. Nationale und internationale Forschungseinrichtungen beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Frage, ob die Handynutzung Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat. Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand besteht innerhalb der geltenden Grenzwerte für Mobilfunkanlagen und bei Einhaltung der Anforderungen an die Produktsicherheit von Handys keine Gesundheitsgefahr.

Die einzige wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung ist die Wärmewirkung, auch „thermischer Effekt“ genannt: Wenn wir mit unserem Handy telefonieren oder im Internet surfen, werden die Daten über hochfrequente elektromagnetische Felder (EMF) übertragen. Unser Körper nimmt diese Felder auf, wodurch sich unser Körpergewebe kurzzeitig und lokal erwärmt. Diese Wärmewirkung ist jedoch unbedenklich – denn Unterschiede in der Körpertemperatur fallen im normalen Tagesverlauf deutlich höher aus, zum Beispiel, wenn wir Sport treiben. In Deutschland gelten zudem Grenzwerte für den Mobilfunk, die international abgestimmt sind und laufend geprüft werden. Sie sorgen dafür, dass die Erwärmung des Körpers durch das Handy minimal ausfällt und keine gesundheitliche Auswirkung hat. Dies gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche.

Hat häufige Mobilfunknutzung Auswirkungen auf Kinder?

Neben den oben beschriebenen thermischen Wirkungen von EMF, werden auch andere mögliche Einflüsse diskutiert, wie zum Beispiel ein erhöhtes Krebsrisiko, Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit oder des Immunsystems. Nationale und internationale Studien konnten diese unterhalb der Grenzwerte allerdings nicht bestätigen. So untersuchte etwa die sogenannte MOBI-KIDS-Studie von 2010 bis 2021 den Zusammenhang zwischen Mobilfunknutzung und Hirntumorerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Forschende erhoben für die Studie Daten in 14 Ländern, darunter auch Deutschland. Es wurden fast 900 Kinder und Jugendliche mit Hirntumoren und 1.900 ohne Hirntumorerkrankung im Alter zwischen 10 und 24 Jahren befragt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es kein erhöhtes Risiko für Hirntumore durch die Handynutzung gibt.

Ausführliche Informationen zum Thema Mobilfunk und Gesundheit finden Sie auch in einigen Artikeln auf unserer Website.

Wo gibt es Informationen und Angebote zur Handynutzung und Medienerziehung?

Wie kann Medienkompetenz gefördert werden – zu Hause und in der Schule? Wie kann man mit Kindern und Jugendlichen über einen sinnvollen Umgang mit Computer, Smartphone und Co. sprechen? Welche Regeln sind angebracht und an wen kann man sich wenden, wenn man Unterstützung braucht? Wir haben eine Auswahl hilfreicher Online-Angebote rund um die Themen Medienerziehung und Mediennutzung zusammengestellt.

Für Eltern und Erziehende: Wie bringe ich Kindern einen guten Umgang mit digitalen Medien bei?

Elternguide.online

Ein Informationsportal, das zahlreiche Artikel, Audiobeiträge, Videos und Erklärungen rund um die Medienerziehung bietet. Der Elternguide ist ein Kooperationsprojekt des gemeinnützigen FSM e. V. (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) und weiteren Partnern.

Elternratgeber: Online sein mit Maß und Spaß

Ein Ratgeber, herausgegeben von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der sich an Eltern von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren richtet. Neben allgemeinen Informationen finden Sie hier Tipps zum Umgang mit der Mediennutzung Ihrer Kinder. Das Heft kann kostenlos bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Gefährdungsatlas

Der Gefährdungsatlas, veröffentlicht von der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ), gibt einen aktuellen und wissenschaftlich fundierten Überblick über die Mediennutzungsrealität von Kindern und Jugendlichen. Er hilft bei der Einordnung von Medienphänomenen wie etwa Fake News, Influencern oder Streaming und den damit verbundenen Herausforderungen.

Gutes Aufwachsen mit Medien

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), ist das Ziel dieser Initiative, Rahmenbedingungen für ein „Gutes Aufwachsen mit Medien“ zu schaffen. Eltern und Erziehende finden auf der Website eine Datenbank mit Seiten und Apps, die für Kinder geeignet sind.

Ins Netz gehen

Die Initiative der BZgA stellt Informationen und Tipps rund um die sichere und verantwortungsvolle Mediennutzung zur Verfügung. Zudem findet sich auf der Website eine Beratungsstellendatenbank und es wird eine persönliche E-Mail-Beratung angeboten.

Kindergesundheit-info.de

Ein Informationsportal der BZgA, das auch einen umfangreichen Themenbereich zur Medienerziehung für Eltern und Erziehende anbietet.

Klicksafe

Eine EU-Initiative, die mit umfangreichen Informationen, Tipps und Materialien die Online-Kompetenz der Menschen – und insbesondere die von Kindern und Jugendlichen – stärken möchte. Auf der Website wird neben der Medienerziehung auch über Themen wie Cybergrooming, Cybermobbing, Fake News und Hate Speech aufgeklärt.

Medien kindersicher

Das Portal hilft Eltern und Erziehenden personalisierte Schutzlösungen für die Geräte, Dienste und Apps, die ihre Kinder nutzen wollen, einzurichten. Hier finden Sie praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wenn Sie zum Beispiel Bildschirmzeiten oder den Jugendschutz einrichten möchten. Ein Angebot der Bremischen Landesmedienanstalt, der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und von Klicksafe.

SCHAU HIN!

Die Initiative des BMFSFJ und Partnern gibt Eltern und Erziehenden Orientierung in der elektronischen Medienwelt und liefert konkrete, alltagstaugliche Tipps. In einer kostenlosen App werden Spielideen als Alternative zu Computer und Co. gesammelt, ein Quiz bietet einen spielerischen Zugang zur Medienkompetenz.

Für Lehr- und Fachkräfte: Wie kann ich digitale Medien sinnvoll im Unterricht und der Jugendarbeit einsetzen?

DigiBitS – Digitale Bildung trifft Schule

Ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Deutschland sicher im Netz e. V. (DsiN). Um Lehrkräfte bei der Förderung von Medienkompetenz im Fachunterricht zu unterstützen, bietet das Projekt didaktische Materialien, praxisorientierte Workshops, Austausch und Vernetzung sowie eine persönliche Begleitung von Partnerschulen.

Klicksafe

Die EU-Initiative bietet neben Informationen und Tipps für Eltern und Erziehende auch Unterrichtsmaterialien für Lehr- und Fachkräfte: von Printmaterialien, interaktiven Medien, wie z. B. Quizzen, bis hin zu Videos.

Ins Netz gehen

Die Initiative der BZgA bietet neben einem Elternratgeber auch Lehrkräften Informationen, Anregungen und Beratung zum Umgang mit Handys im Unterricht und dem Einsatz von digitalen Medien in der Schule.

Medien für Einsteiger

Ein Arbeitsheft mit 36 Arbeitsblättern, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), das einen Überblick über die Welt der Medien gibt und dabei auf die Geschichte, Bedeutung, Nutzung und Kritik dieser eingeht. Lernende können zudem ihre eigene Medienkompetenz testen und erweitern.

Medienkompetenz-Datenbank

Eine umfangreiche Datenbank der bpb, die einen Überblick über länderübergreifende, überregionale und regionale Angebote zur Förderung der Medienkompetenz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gibt.

#usethenews

Ein bundesweites Projekt zur Nachrichtennutzung und Nachrichtenkompetenz im digitalen Zeitalter. Auf der Website finden sich diverse Materialien für Lehrkräfte, die Medienwissen im Unterricht vermitteln möchten. Durchgeführt wird das Projekt von der dpa, dem Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, dem Senat der Freien und Hansestadt Hamburg und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern aus Bildung und Medien.

Für Kinder und Jugendliche: Wo finde ich Infos, Angebote und Websites zum sicheren Surfen im Netz?

DsiN-Digitalführerschein (DiFü)

Ein bundesweit anerkanntes Weiterbildungs- und Zertifizierungsangebot von DsiN. Interessierte aller Altersgruppen können damit digitale Nutzungs- und Sicherheitskompetenzen erlernen, die dabei helfen, Social Media, Online-Banking und Co. im privaten wie beruflichen Kontext souverän einzusetzen.

fragFINN

fragFINN bietet als Kindersuchmaschine einen geschützten Surfraum. Kinder können sich darüber frei im Internet bewegen, ohne auf für sie ungeeignete Inhalte zu stoßen. Dafür sorgt eine sogenannte Whitelist: Es kann nur auf vertrauenswürdige und geprüfte Websites zugegriffen werden, die auf dieser Liste stehen.

Handysektor

Ein Angebot der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) in Baden-Württemberg. Jugendliche finden hier viele nützliche Tipps, Informationen und auch kreativen Ideen rund um den digitalen Alltag.

Ins Netz gehen – Jugendportal  

Ein Angebot für Jugendliche der BZgA, das ausgewogene Mediennutzung unterstützen und Denkanstöße zum Thema digitale Medien und übermäßigen Medienkonsum geben möchte.

Internet-ABC

Die unabhängige Plattform bietet als Ratgeber im Netz Hilfestellung und Informationen über den sicheren Umgang mit dem Internet. Sie richtet sich an Kinder von fünf bis zwölf Jahren, aber auch an Eltern und Lehrkräfte.

Juuuport.de

Jugendliche, die Probleme im Netz haben, können sich an diese bundesweite Onlineberatungsplattform wenden. Dort helfen ihnen ehrenamtlich aktive Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland, die sogenannten JUUUPORT-Scouts. Sie beraten bei Stress in sozialen Medien, Onlineabzocke, Cybermobbing und Datenklau. Das erfolgt datenschutzkonform und kostenlos.

myDigitalWorld Jugendwettbewerb

Ein von DsiN ausgerichteter jährlicher Wettbewerb, der junge Menschen für eine sichere Onlinewelt begeistern möchte. Es können kreative Projekte und Ideen für mehr Sicherheit im Netz eingereicht werden, zum Beispiel in Form eines selbstgedrehten Musikvideos oder einer selbst programmierten App.

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