Ist 5G gefährlich für uns?

Strahlung bei 5G: So schützen wir Sie – und so schützen Sie sich

Der Strahlenschutz hat bei 5G oberste Priorität. Es gibt Grenzwerte, die Bürgerinnen und Bürger vor nachgewiesenen gesundheitlichen Wirkungen schützen – genauso wie bei den Vorgängergenerationen auch. Um die Exposition – auf Deutsch: das Ausgesetztsein – weiter zu minimieren, können Sie selbst ebenfalls viel tun. Wir geben die wichtigsten Tipps.

Das Mobiltelefon ist ein ständiger Begleiter. Damit wir Nachrichten schreiben oder Telefonie nutzen können, verwendet das Handy hochfrequente elektromagnetische Felder, kurz EMF. Wir sind von elektromagnetischen Feldern umgeben, können sie jedoch nicht sehen oder spüren. Mobilfunkstrahlung entwickelt eine thermische Wirkung beim Auftreffen auf Körper und Gegenstände, allerdings in einem solch geringen Maße, dass wir davon überhaupt nichts spüren. Damit auch bei massiven EMF die thermische Wirkung ungefährlich bleibt, müssen sie sich im Rahmen von festgelegten Grenzwerten bewegen. Die Grenzwerte von Sendeanlagen in Deutschland sind auf Grundlage des Bundes-Immissionsschutzgesetzes in der „Verordnung über elektromagnetische Felder“ festgelegt. Die der Mobilfunktelefone werden im Funkanlagengesetz benannt. Mobiltelefone müssen den zulässigen SAR-Wert einhalten. Bei allen Mobiltelefonen mit CE-Kennzeichnung ist dies der Fall. Die Marktüberwachung der Bundesnetzagentur stellt auf der Grundlage des Funkanlagengesetzes mit Stichprobenüberprüfungen sicher, dass nur Geräte mit einer CE-Kennzeichnung in den Markt gelangen.

Da die neue 5G-Technologie vorerst Frequenzbereiche nutzt, die vergleichbar mit den bisherigen Bereichen im Mobilfunk sind, lassen sich aktuelle Studienergebnisse zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung unterhalb der festgelegten Grenzwerte weitestgehend auf 5G übertragen. Aktuell erforscht das BfS, wie sich steigende Datenmengen und neue Sendeanlagen auf die Exposition der Bevölkerung auswirken. Erwartet wird: Die durchschnittliche Exposition bleibt auf einem niedrigen Niveau und weit unterhalb der Grenzwerte. Mit gesundheitlichen Folgen rechnen Expertinnen und Experten auch bei 5G nicht. Die Grenzwerte sind weit entfernt von einer möglichen schädlichen Wirkung.

Wie gehen Deutschland und andere Länder mit Grenzwerten um?

Grenzwerte in der Bundesrepublik richten sich nach den Empfehlungen zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) sowie der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK). Die derzeitige Grenzwertempfehlung für die Bevölkerung, der sogenannte Basisgrenzwert, liegt bei 0,08 Watt pro Kilogramm für den gesamten menschlichen Körper. Kleinere Teile des Körpers dürfen lokal höher exponiert sein, nämlich Kopf und Rumpf mit 2 Watt pro Kilogramm und die Gliedmaßen mit 4 Watt pro Kilogramm.

Ein Bericht des National Institute for Public Health and Environment (RIVM) aus den Niederlanden (2018) stellt die Länder Europas und ihren Umgang mit den Maximalwerten der ICNIRP einander gegenüber. Innerhalb der EU gibt es keine rechtlich bindenden Regelungen, sondern nur eine EU-Empfehlung von 1999, die auf den ICNIRP-Empfehlungen beruht. Das „National Institute for Public Health and Environment“ unterteilt die Staaten in drei Gruppen. Die erste übernimmt die Werte der EU-Empfehlung in nationales Recht. Gruppe 2 hat keine gesetzlichen bzw. weniger strenge Grenzwerte. Und Länder in Gruppe 3 haben Grenzwerte und Richtlinien, die strenger sind als die EU-Empfehlung.

  1. 1Gruppe 1 übernimmt die Grenzwerte abgeleitet aus den EU-Empfehlungen in nationales Recht und setzt teilweise Maßnahmen zur Vorsorge um (Beispielländer: Zypern, Tschechien, Estland, Finnland, Frankreich, Ungarn, Irland, Malta, Portugal, Rumänien, Spanien, die Slowakei und Deutschland).
  2. 2Gruppe 2 hat keine gesetzlichen bzw. weniger strenge Grenzwerte als in der EU-Empfehlung festgehalten. Manche Staaten dieser Gruppe setzen Maßnahmen zur Vorsorge um (Beispielländer: Österreich, Dänemark, Lettland, die Niederlande, Schweden und Großbritannien).
  3. 3Gruppe 3 hat strengere Grenzwerte und Richtlinien in Bezug auf EMF, als es die EU-Empfehlungen vorgeben (Beispielländer: Belgien, Griechenland, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Litauen, Luxemburg, Polen und Italien).

Wie kann ich mich schützen?

Die Wirkungen von EMF auf den Menschen sind schon gut erforscht. Bislang gibt es keine Nachweise von schädlichen Wirkungen unterhalb der Grenzwerte. Zu einzelnen Fragen wird weiter geforscht. Menschen, die sich zusätzlich schützen wollen, rät das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zum umsichtigen Nutzen mobiler Endgeräte.

Auch wenn bislang keine gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunkfeldern unterhalb geltender Grenzwerte nachgewiesen wurden, raten wir trotzdem zur Vorsorge. Denn auch wenn mit 5G bereits die fünfte Generation an den Start geht, ist die Mobilfunktechnik insgesamt noch vergleichsweise jung. Auch wenn Effekte durch Mobilfunk insgesamt sehr gut erforscht sind, sind die Folgen intensiver Handynutzung über viele Jahrzehnte noch nicht abschließend geklärt.

Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz

Darum empfiehlt das BfS, die Belastung durch EMF vorsorglich gering zu halten. Dabei können Bürgerinnen und Bürger viel tun, um sich selbst zu schützen. 

  1. 1Manchmal braucht Zuneigung Abstand. Auch wenn Ihnen das Telefon nahesteht: Ein wenig Abstand tut gut. Das BfS rät, die Strahlungsbelastung beim Telefonieren oder Surfen zu minimieren und am besten den Lautsprecher des Telefons einzuschalten, eine Freisprechanlage zu nutzen oder Kopfhörer zu gebrauchen, um die Geräte nicht zu nah am Kopf zu halten.
  2. 2Schlechter Empfang? Schlechte Idee! In Funklöchern telefoniert es sich nicht gut – und auch die Strahlenbelastung ist ungleich höher. Nutzerinnen und Nutzer nutzen das Telefon deshalb besser bei gutem Empfang. Das Telefonieren im Auto ohne Außenantenne ist auch zu meiden, da der Empfang in den meisten Fällen schlecht ist.
  3. 3Setzen Sie zu Hause auf eine feste Größe. Viele junge Nutzerinnen und Nutzer besitzen keinen Festnetzanschluss. Wer jedoch für Telefonate in den eigenen vier Wänden auf einen Hausanschluss setzt, kann die Exposition durch EMF verringern.
  4. 4Machen Sie sich rar! Die amerikanische „Food and Drug Administration“ (FDA) empfiehlt, die Zeit mit Smartphones zu reduzieren. Denn weniger Handynutzung bedeutet: weniger Kontakt mit EMF. Deshalb Pausen machen oder auch mal auflegen, wenn alles gesagt ist.
  5. 5Reden ist Silber, Schreiben ist Gold. Entscheiden Sie sich mal gegen ein Telefonat – und für die Textnachricht, entweder per Messenger-Dienst oder SMS. Dadurch verringern Nutzerinnen und Nutzer die Zeit, in der sie ihr Handy am Kopf halten.
  6. 6Legen Sie Wert auf diesen Wert. Hochfrequente Felder wie beim Mobilfunk haben eine einzige nachgewiesene Wirkung auf den Menschen: Der Körper nimmt einen Teil der Energie auf. Bei diesem Vorgang entsteht Wärme. Wie groß die Menge an aufgenommener Energie ist, gibt die Spezifische Absorptionsrate (SAR) an. Je geringer der SAR-Wert, desto weniger wird das Gewebe durch die Strahlung erwärmt. Beim Kauf eines neuen mobilen Endgeräts sollten Bürgerinnen und Bürger stets auf diesen Wert achten. Grundsätzlich gilt: Alle in Deutschland verkauften Modelle halten den maximalen SAR-Wert ein. Die Bestimmung der SAR-Werte erfolgt nach einheitlichen Prüfstandards entsprechend der europäischen Norm EN 62209. Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht die Emissionskenngrößen von Mobiltelefonen auf deren Website hier. Übrigens: Der Blaue Engel zeichnet Geräte aus, die unter anderem vergleichsweise strahlungsarm sind.

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