Die Mobilfunkmonteure

Hoch hinaus für 5G: So kommt der Mobilfunkmast aufs Dach – mit Video

20.12.2022
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Sie bauen Basisstationen auf oder rüsten bestehende Mobilfunkstandorte für 5G. Ein Prozess, der perfekte Koordination und präzise Handarbeit erfordert. Auf Montage mit den Mobilfunkmonteuren Oliver Markowski und Thomas Kwiczalla.

Langsam hebt der Kran den tonnenschweren Stahlträger auf das Dach. Mit einem Klettergurt abgesichert dirigiert Oliver Markowski den Kranführer und verbindet mit sicherer Hand zwei Teile des Funkmasts: den unteren Teil, der bereits auf dem Dach ist, und den oberen Teil, der mitsamt den Antennen gerade noch am Kran hängt. Dann werden sie fest miteinander verschraubt.

Bei Markowski und seinem Team sitzt jeder Arbeitsschritt, sie sind im Aufbau von Mobilfunkanlagen geübt. Ihr aktueller Auftrag: die alten Antennen zweier Netzbetreiber gegen neue zu tauschen. So wird der Standort auf dem Dach eines Fitnessstudios in Mönchengladbach fit für die Mobilfunkgeneration 5G.

Die Montage der neuen Antennen erfolgt am Boden, bevor ein Kran den tonnenschweren Funkmast auf das Dach hebt.

Die Suche nach einem geeigneten Standort

Oliver Markowski ist Elektroinstallateur bei der Firma Abel. Im Auftrag der Netzbetreiber errichtet er mit seinem Team Mobilfunkmasten und verkabelt sie. Bevor die Monteure zum Einsatz kommen, müssen die Netzbetreiber zunächst ermitteln, welcher Ort sich für den Bau einer neuen Anlage eignet oder wo eine bestehende Anlage ausgebaut werden kann.

Das geschieht nicht zufällig, sondern anhand einer gezielten Funknetzplanung. Sie berücksichtigt unter anderem den Bedarf der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die geografischen Bedingungen vor Ort, die Verträglichkeit mit bereits installierten Funksystemen und die benachbarten Funkzellen. Außerdem arbeiten die Netzbetreiber eng mit der Kommune zusammen, die innerhalb eines festgelegten Suchkreises eigene Standortvorschläge einbringen kann.

Haben sie einen geeigneten Standort gefunden und einen Mietvertrag mit dem Eigentümer abgeschlossen, müssen die Netzbetreiber bei der Bundesnetzagentur eine Standortbescheinigung beantragen. Fachleute legen dann auf Grundlage der technischen Daten, Montageskizzen und Lageplänen Sicherheitsabstände für die neue Funkanlage fest. Diese Sicherheitsabstände gewährleisten, dass die zulässigen Grenzwerte zum Schutz von Personen eingehalten werden. Ohne eine Bescheinigung darf die Anlage nicht in Betrieb gehen.

Jedes Kabel muss sitzen

Eine Mobilfunkanlage besteht aus zwei Elementen: zum einen aus den Antennen zum Senden und Empfangen von Funksignalen. Sie befinden sich in stabförmigen, senkrechten Kästen direkt am Funkmast, wo sie vor Wind und Wetter geschützt sind. Zum anderen steht nahe dem Mast ein größerer Metallschrank. Das ist die Versorgungseinheit, in dem die Schalt- und Steuerungselemente für die Antennen sowie die Stromversorgung untergebracht sind.

In Mönchengladbach wird keine komplett neue Mobilfunkanlage errichtet, sondern ein bereits bestehender Standort grundlegend erneuert und für 5G vorbereitet. Sechs große Antennen senden und empfangen die Signale aus dem 4G-Netz. In kleineren Kästen darüber befinden sich die 5G-Antennen. Wie sie sich im Aufbau unterscheiden, erklärt Mobilfunkmonteur Thomas Kwiczalla: „Eine 5G-Antenne hat die Sendetechnik integriert. Sie braucht somit nur ein Glasfaserkabel und einen Stromanschluss. Eine 4G-Antenne braucht Stromkabel, die extra verlegt werden müssen, extra Sendekabel, extra Sendetechnik und, und, und.“

Schritt für Schritt zu 5G

Oliver Markowski weist den Kranführer ein, damit die beiden Teile des Funkmasts sicher miteinander verbunden werden können.
Anschließend werden sie fest miteinander verschraubt.
Auch die neue Versorgungseinheit wird mit dem Kran auf das Dach gebracht.
Steht alles sicher an seinem Platz, macht sich Thomas Kwiczalla an die Verkabelung der Antennen.

Um den Auftrag auszuführen, hat das sechsköpfige Team rund um Oliver Markowski insgesamt acht Werktage. Sie alle stammen aus verschiedenen Fachgebieten – haben in der Elektrik und bei der Feuerwehr gearbeitet – und erfüllen unterschiedliche Funktionen bei der Montage. Kwiczalla zum Beispiel ist für das Verlegen der Kabel zwischen Antennen und Versorgungseinheit zuständig. Er prüft abschließend auch, ob jedes Kabel richtig sitzt und die Technik einwandfrei funktioniert: „Es gab so gut wie keine Probleme. Ich bin schon sehr zufrieden.“

Nun kann die Firma die Fertigstellung des Auftrags an die Netzbetreiber melden. Später kommen dann Bauleiter und Hauseigentümer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Betreiber nach Mönchengladbach, um den Mast abzunehmen.

Schauen Sie sich die Arbeit der Mobilfunkmonteure in unserer Videoserie „Mensch & Maschine“ an:

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